Zum 1. Januar 2024 ist das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (kurz: WPG) in Kraft getreten. Es verpflichtet die Länder, sicherzustellen, dass auf ihrem Hoheitsgebiet verbindliche und flächendeckende Wärmepläne erstellt werden, um die Wärmeversorgung zukünftig klimaneutral zu gestalten.
Bei dieser Transformation zu unterstützen ist Zielsetzung des Projektes »PlaWaTT -Plattform für Wärmetransformations-Tools und -Maßnahmen«: Im Rahmen des Projektes bewerteten und charakterisierten die Forschenden vorhandene Tools und Maßnahmen zur Wärmeplanung. Die Ergebnisse werden durch diese Online-Plattform zur Verfügung gestellt.
PlaWaTT bietet Kommunen und anderen Wärmemarkt-Akteuren Orientierungshilfe und unterstützt bei Erstellung und Umsetzung individueller und treibhausgasneutraler Wärmekonzepte. Konkret:
Als Institut für angewandte Forschung gestaltet Fraunhofer UMSICHT die Energie- und Rohstoffwirtschaft aktiv mit und setzt dabei die folgenden Forschungsschwerpunkte: Circular Economy, Carbon Management, Green Hydrogen und Local Energy Systems. Das Institut wurde 1990 als gemeinnützige technisch-wissenschaftliche Einrichtung gegründet und ist mit Standorten in Oberhausen, Sulzbach-Rosenberg und einem Kunststofftechnikum in Willich vertreten.
Die Abteilung Energy Systems Integration hat ihren Schwerpunkt in der Planung und techno-ökonomischen Bewertung von Quartiersenergiesystemen, Wärmenetzen und kommunalen Energieversorgungslösungen. Sie verbindet systemische Energiebetrachtung mit langjähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Stadtwerken und kommunalen Energieversorgern. Im Projekt PlaWaTT übernahm sie die Konsortialleitung und verantwortete die inhaltlichen Kernarbeiten: Analyse relevanter Rahmenbedingungen der Wärme(netz)transformation, Charakterisierung von Transformationsmaßnahmen und Planungstools sowie die Anwendung ausgewählter Tools auf reale Fallstudien. Darüber hinaus entwickelte sie Heuristiken zur passenden Maßnahmen- und Toolauswahl und übernahm die Konzeptionierung der Web-Plattform.
Die Abteilung Digital Process Integration konzeptioniert und realisiert digitale Lösungen und anwendungsorientierte IT-Plattformen unter Einsatz moderner Methoden wie künstlicher Intelligenz und agiler Entwicklungsansätze. In PlaWaTT verantwortete sie die technische Umsetzung der Web-Plattform.
Die ASEW ist mit über 390 kommunalen Energieversorgern als Mitgliedern das größte Stadtwerke-Netzwerk Deutschlands für die Themen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Klimaschutz. Seit ihrer Gründung im Jahr 1989 setzt sie Impulse für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft und unterstützt Stadtwerke dabei, die Herausforderungen der Energie- und insbesondere auch Wärmewende erfolgreich zu bewältigen.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Entwicklung praxisnaher Lösungen für das Kundengeschäft der Stadtwerke in den genannten Zukunftsfeldern. Durch den Austausch von Erfahrungen, die Organisation von Workshops sowie die Initiierung gemeinsamer Projekte fördert die ASEW die Vernetzung innerhalb der Branche und begleitet kommunale Energieversorger im persönlichen Sparring.
Im Projekt PlaWaTT bildet die ASEW insbesondere eine wichtige Schnittstelle zur Umsetzungspraxis der Wärmewende. Sie brachte die Perspektiven, Arbeitsweisen und Herausforderungen kommunaler Energieversorger bei der Planung und Realisierung von Wärmenetzprojekten aktiv in die Entwicklung der Plattform ein. Darüber hinaus sorgte sie durch die kontinuierliche Einbindung ihrer Mitgliedsunternehmen und die gezielte Einholung von Feedback zu Projektergebnissen dafür, dass die entwickelten Inhalte praxisnah, verständlich und anschlussfähig an die Anforderungen zentraler Anwendergruppen – insbesondere der Stadtwerke – gestaltet werden.
Das Projekt »PlaWaTT – Plattform für Wärmetransformations-Tools und Maßnahmen: Bewertung und Charakterisierung von Konzepten und Werkzeugen für die Dekarbonisierung des Wärmesektors« wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms gefördert.